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Die Populationsdichte von Eichenprozessionsspinnern ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: Milde Winter, trockene Frühlingsmonate und fehlende natürliche Feinde begünstigen die Verbreitung der Nachtfalter. Mittlerweile sind Eichen in Wäldern genauso befallen wie Bäume in Parks oder an Straßenrändern – gut erkennbar an den markanten, beutelartigen Nestern an Stämmen oder Ästen.

Für den Menschen ist vor allem das Eiweißgift Thaumetopoein gefährlich, das in den giftigen Brennhaaren der Eichenprozessionsspinner enthalten ist. Es kann bei Hautkontakt schwere allergische Reaktionen, Juckreiz oder Fieber auslösen, selbst mehrere Jahre, nachdem die Raupen abgestorben sind. Ein starker Befall mit Eichenprozessionsspinnern bedroht außerdem ganze Eichenbestände.

Bekämpfung: Nachhaltig im ELMOTherm-Verfahren

Zu einer umfassenden Flächenpflege gehört deshalb auch die nachhaltige Bekämpfung von Eichenprozessionsspinnern. Im bewährten ELMOTherm-Verfahren ist das ökologisch und giftfrei möglich: Die Heißwasser-Heißschaum-Kombination zerstört die Eiweißstrukturen der Raupen genauso wie die Eier, außerdem macht sie das Eiweißgift Thaumetopoein unschädlich und bindet die giftigen Brennhaare.

Von der Fläche auf den Baum kommt das ELMOTherm-Verfahren durch eine neu entwickelte, teleskopierbare Speziallanze: Die Eichenprozessionsspinner-Lanze ist auf bis zu fünf Meter ausfahrbar und ermöglicht den punktuellen Einsatz von Heißwasser-Heißschaum an betroffenen Stellen. Eine Rücklaufsicherung schützt Anwender vor heißem Wasser und mit Brennhaaren kontaminiertem Schaum.

Anwendung: Effizient im Frühjahr und Sommer

Die Anwendung des ELMOTherm-Verfahrens gegen Eichenprozessionsspinner ist im Frühjahr und Sommer besonders effizient:

  • Prävention: Die Weibchen legen im Hochsommer zwischen 30 und 300 Eier in Astgabeln und Baumkronen von Eichen ab. Die Raupen überwintern im Ei, schlüpfen im Frühjahr und durchlaufen mehrere Larvenstadien, in denen die giftigen Brennhaare ausgebildet werden. Eine präventive Behandlung von Eichenprozessionsspinnern im ELMOTherm-Verfahren ist ab dem Frühjahr möglich und verhindert Brennhaar-Ausbildung sowie Ei-Ablage im Sommer – die Population wird nachhaltig geschwächt und eingedämmt.
  • Intervention: Haben die Eichenprozessionsspinner bereits giftige Brennhaare entwickelt bzw. Eier abgelegt, kann der Schaden im ELMOTherm-Verfahren begrenzt werden: Raupen und Eier werden verkocht, die Brennhaare werden gebunden und können sicher entsorgt werden.

Die Nester der Eichenprozessionsspinner fallen im Rahmen der Behandlung aus Astgabeln und vom Stamm, sie sollten am Boden nachgekocht und professionell entsorgt werden. Eine mehrmalige Nachkontrolle im Abstand von ein bis zwei Wochen ist sinnvoll, um bei Bedarf nachzubehandeln.

Gerne beraten wir Sie: +49 (0)5971-6336

Professionelle Flächenpflege ist dann erfolgreich, wenn sie ganzheitlich erfolgt – und neben dem Unkrautmanagement auch weitere Herausforderungen berücksichtigt, die Gesundheit, Infrastruktur und landschaftsprägende Kulturpflanzen schaden.

Deshalb entwickeln und testen wir derzeit Methoden und Zubehör, um im bewährten ELMOTherm-Verfahren die Population von Eichenprozessionsspinnern effizient, ökologisch und giftfrei einzudämmen, präventiv genauso wie nach einem Befall.


Exkurs: Warum ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich?

Eichenprozessionsspinner sind Nachtfalter, die erst seit wenigen Jahren in großen Populationen auftreten. Gefährlich sind vor allem die Raupen: Ein einzelnes Weibchen kann im Hochsommer zwischen 30 bis 300 Eier in Astgabeln und in der Krone von Eichen ablegen. Die Raupen entwickeln sich im Herbst und überwintern im Ei, bevor sie im Frühling schlüpfen – trockene Frühlingsmonate und warme Sommer begünstigen die Population des Eichenprozessionsspinners.

Im Anschluss durchlaufen die Raupen verschiedene Larvenstadien, bei denen die Eichenprozessionsspinner kleine Brennhaare bilden. Sie enthalten das Eiweißgift Thaumetopoein, das bei Hautkontakt allergische Reaktionen, Reizungen, Fieber, Schwindel und allergische Schocks auslösen kann. Die Brennhaare bleiben mehrere Jahre lang giftig!

Eichenprozessionsspinner können aber nicht nur Menschen, sondern auch Kulturpflanzen gefährden: Starker Befall, vor allem über mehrere Jahre, kann dazu führen, dass ganze Eichenbestände absterben.


Gut zu wissen: Verbreitete Methoden gegen Prozessionsspinner

Die akute Gesundheitsgefahr durch Eichenprozessionsspinner führt dazu, dass viele Kommunen, Städte und Regionen Gespinste und Raupen entfernen. Verbreitet ist das Absaugen der Prozessionsspinner, teils werden Gespinste auch thermisch bearbeitet, also abgeflämmt. Dabei bleiben selbst bei sorgfältigster Anwendung Brennhaare zurück, die noch jahrelang giftig sind.

Auch einige chemische bzw. Pflanzenschutzmittel sind für den Einsatz gegen Eichenprozessionsspinner zugelassen, die Auswirkung auf Mensch und Natur sind allerdings unklar. Biozide wirken überdies nur gegen die Raupen, die Brennhaare bleiben weiterhin giftig.


Unser Ansatz: Teleskoplanze mit EPS-Kopf

Bei der Behandlung von Bäumen, die mit Eichenprozessionsspinnern befallen sind, setzen wir deshalb auf das ELMOTherm-Verfahren. Unsere Annahme: Wie bei Pflanzen zerstört die bis zu 96 °C heiße Kombination aus Heißwasser und Heißschaum nicht nur die Raupe, sondern auch die die Eiweißstrukturen – beim Prozessionsspinner vor allem das Eiweißgift Thaumetopoein.

Wir vermuten ferner, dass die allergenen Härchen durch den Schaum gebunden werden, sodass die nachhaltig und sicher entfernt werden können. Für die präventive Behandlung im Frühjahr, bevor die Raupen die giftigen Brennhaare gebildet haben, genauso wie für die Schadensbegrenzung ab dem dritten Larvenstadium testen wir derzeit eine Teleskoplanze mit eigens entwickeltem EPS-Kopf – der die giftigen Brennhaare auch auf Stämmen und Astgabeln unschädlich machen soll.